Positionspapier des NABU Kreisverbandes ME

 

Rotwild im Erzgebirge

 

Der Rothirsch ist Teil der heimischen Fauna und gehört seit jeher auch zum Erzgebirge. Seine Bejagung im Zuge des Waldumbaus darf weder zu einer übermäßigen Ausdünnung, mit der Gefahr einer Verinselung der Population, noch zur Hege eines unnatürlich hohen Bestandes führen. Nach dem Sächsischen Waldgesetz haben die Waldflächen dem Gemeinwohl in besonderem Maße zu dienen. Dazu gehört neben der Nutz- und Erholungsfunktion gleichberechtigt auch die Schutzfunktion u. a. für Pflanzen und Tiere und damit auch für den Rothirsch.

 

Unsere Forderungen:

 

  1. Die Rotwildjagd im Erzgebirge hat mit der Zielstellung zu erfolgen, einen optimalen Populationsaufbau zu gewährleisten. Dabei sind Methoden zu bevorzugen, die eine möglichst geringe Störung der Natur verursachen und einen Aufbau einer gesunden Altersklassenstruktur zulassen.

 

  1. Es sollte ein „Runder Tisch Rotwild“ initiiert werden, dessen Teilnehmer wie Untere und Obere Jagdbehörden, Hegeringe u. a. sich zu Abschussplänen für alle Jagdbezirke verständigen.

 

  1. Die Jagd auf das Rotwild hat sich an der Verhaltens- und natürlichen Lebensweise dieser Tierart und ihrer Einbindung in das Ökosystem ausrichten.

Im Spätwinter führt eine Beunruhigung durch Jagd zu einer vermehrten Bewegungsaktivität der Tiere. Dies steigert den Energieverbrauch, der sich entsprechend schlecht auf die Winterkonstitution der Tiere auswirkt. Die Tiere verbleiben aufgrund von Störungen im Wald. Hier kommt es zu einer Zunahme von Schäl- und Verbissschäden (NABU-Jagdpapier).

In der Zeit zwischen 01.01. und 31.08. soll daher generelle Jagdruhe herrschen.

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  1. Durch Fütterungsverzicht kann die natürliche Selektion wieder stärker greifen und es werden gesündere Wildtierbestände gefördert, da kranke und schwache Tiere im Vergleich zu gesunden Individuen einer höheren Mortalität während der Wintermonate unterliegen. Der NABU fordert daher den grundsätzlichen Verzicht auf die Ausbringung von Futtermitteln (NABU-Jagdpapier).

 

  1. Bau von Grünbrücken zum Biotopverbund und um den genetischen Austausch in der durch Besiedlung und Straßenverkehr stark veränderten Natur zu gewährleisten.

 

  1. Schaffung von Rotwildjagdruhezonen, die auch generelle Ruhezonen ohne Wander- und Radwege sein sollten.

 

Die Errichtung von Rotwildbeobachtungseinrichtungen an geeigneten Stellen, für naturinteressierte Waldbesucher zur Beobachtung der Hirschbrunft, wird in der Region befürwortet.

 

April 2016

 

NABU KV Mittleres Erzgebirge

NABU RV Erzgebirge

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von

 

Karsten Bergner

Interessengemeinschaft südsächsischer Hegegemeinschaften